
Entstehung
2011
Ins Leben gerufen wird die Session durch den BeJazz-Vorstand, durch Ulrico Pfister (5ème étage) und Exponenten aus der Berner Jazzszene, namentlich Marc Stucki (Jazzwerkstatt Bern), Oli Kuster und Klaus Widmer. Die zu dieser Zeit bereits sehr erfolgreiche Zürcher Jamsession „Wednesday Jam“, vertreten durch Dave Feusi steht als Partnerjam Pate und leistet mit beratender Stimme Geburtshilfe.
Der Tuesday Jam soll nach dem Wunsch der Initianten in der Berner Jazzszene breit abgestützt sein und für verschiedene Approaches zum Jazz eine Plattform darstellen.
In einer ersten Phase startet der Jam im Februar ohne Mittel, dafür mit einem gehörigen Mass an Idealismus. Die Qualität der Jambands ist von Beginn an auf hohem Niveau. Die Trios spielen ohne Gage, die Initianten verköstigen die Musiker auf eigene Kosten.
Zuweilen findet der Jam in sehr familiärem Rahmen statt. Dies stellt auch der BZ-Journalist fest, der die Session im Februar 2011 als bisher einziger Medienmensch besucht.
Im Juli nimmt der Tuesday Jam die Form eines Vereins an. Der Vorstand konstituiert sich aus den Abendverantwortlichen sowie Ulrico Pfister vom Étage und Fabio Baechtold vom Berner Jazzveranstalter BeJazz.
Ulrico Pfister lässt sich durch die stockende Publikumsentwicklung nicht beeindrucken, hält das 5ème étage Woche für Woche frei und macht es klar für den Jam. Fabio Baechtold und BeJazz unterstützen den Jam in Kommunikationsbelangen und in der ersten Gesuchsphase im Herbst 2011, welche CHF 9'000.00 einbringt - Stadt und Kanton Bern sowie die Migros Aare unterstützen den Tuesday Jam einmalig mit je CHF 3'000.00.
Ausgehend von diesen Zuwendungen beginnt der Auf- und Ausbau der Trägerschaft, welche die Basis für die Existens des Tuesday Jam darstellen soll. MusikerInnen und Personen aus dem Publikum lösen eine Mitgliedschaft. Diese wird an den Jams regelmässig beworben.
Diese Beiträge machen es weiter möglich, das Instrumentarium einigermassen in Schuss zu halten. Kosten für die Administration gibt es keine. Für CHF 150.00 wird vom Ètage ein Klavier angeschafft. Das Fender Rhodes Piano, ein Gitarrenamp und der Kontrabass sind Leihgaben von befreundeten Musikern, das Schlagzeug und der Bassamp sind vom Silojam/Jam On The Corner her noch vorhanden.
Das Klavier stimmt und pflegt Alex Russius von www.pianoeforte.ch im Rahmen eines Sponsorings regelmässig ehrenamtlich.
2012
Der Jam an sich funktioniert zwar immer besser, MusikerInnen und Publikum nehmen das Angebot zunehmend wahr. Es finden sich Jambands, welche zum Nulltarif Material aufstellen, spielen, Material abräumen und ihr Umfeld zu mobilisieren versuchen. Die Umsatzzahlen an der Bar bewegen sich dennoch immer wieder im niedrigen zweistelligen Bereich.
Die Aufwände für die einzelnen Abende sind dank dem Entgegenkommen der MusikerInnen und des Etage sehr gering. Für einen symbolischen Beitrag ans Étage steht das Lokal inkl. Aufbau, Abbau, Barbetrieb, Künstlerverpflegung und Getränken für die Auftretenden Woche für Woche zur Verfügung. (Wer mitspielt, kriegt ein Getränk an der Bar gratis)
Die Abläufe und die Durchführung werden verfeinert, das Instrumentarium wird fast ausschliesslich ebenerdig und auf Rollen gelagert, ein PA fest montiert.
2013
Zum Ende der zweiten Sasion im Mai 2013 ist klar: Es müssen neue Gesuche eingereicht werden. Die Publikumsentwicklung geht zwar teilweise in eine erfreuliche Richtung, die Trägerschaft des Vereins wächst und nimmt Form an. Die Vereinskasse ist jedoch in keiner guten Verfassung. Trotzdem beschliesst der Vorstand des Tuesday Jam, den MusikerInnen der Jamband ab September 2013 je CHF 50.00 im Sinne eines Spesenbeitrags zu entrichten. Mit diesem Beitrag will der Vorstand ein bereits im Februar 2011 formuliertes Versprechen einlösen, muss dann aber sehr bald wieder zurück krebsen, da die zweite und viel umfassendere Gesuchsreihe im Herbst 13 absolut erfolglos bleibt und das Vereinsvermögen sich dem Nullpunkt nähert.
Im September 2013 beginnt die Saison mit überraschend guten Besucherzahlen. Es könne weitere Publikumssegmente erreicht werden, was sich auch auf die Mitgliederzahlen positiv auswirkt. Es wird als Neuerung jeden Dienstag ein Risotto gekocht, welches die Anwesenden bei der Konsumation eines beliebigen Getränks gratis dazu erhalten. Eine Idee, die irgendwie quer in der Landschaft steht, aber - so glauben wir - eben auch als ausserordentlich wahrgenommen wird, ohne dass die Kosten dafür wirklich erheblich wären.
Die Vereinsmittel hingegen gehen zur Neige. In einer ausserordentlichen Krisensitzung im Dezember 2013 beschliesst der Vorstand - motiviert durch den Aufwärtstrend bei den Besucherzahlen und die wachsende Trägerschaft - den Jam nicht sterben zu lassen. Er verabschiedet einen Massnahmen-Katalog zur Sanierung der Vereinskasse. Dieser umfasst etwa eine weitere Gesuchsreihe, das Einführen einer Abendkollekte, das Anschreiben von Privatpersonen sowie die Realisierung eines Youtube-Clips, welcher bei allfälligem Crowdfunding verwendet werden soll.
Die Gruppe der abendverantwortlichen Vorstandsmitglieder wird nach der Demission von Oli Kuster und Christoph Utzinger durch den Bassisten Philipp Moll, den Schlagzeuger Clemens Kuratle und die Pianisten Fabian Müller und Luzius Schuler erweitert. Die Organisation der Trios (Jambands) und die Abendverantwortung wird so auf zusätzliche Schultern verteilt. Erfreulich ist die hohe Qualität der Trios, aber auch die wachsende Wahrnehmung des Jams seitens Publikum und seitens der Berner Jazzszene.
Ende 2013 findet im Étage der hundertste Tuesday Jam statt.
2014
Verschieden Prtivatpersonen aus dem direkten Umfeld des Vorstands und Freunde von BeJazz reagieren auf unseren Hilfeschrei mit spontanen Beiträgen, welche uns kurzfristig etwas Luft verschaffen, um die Massnahmen zur Sanierung der Vereinskasse überhaupt umzusetzen und die Saison zu Ende zu führen.
Der Jubiläumsjam zum dreijährigen Bestehen des Jams im Februar 2014 wird einer der publikumsintensivsten Abende, der Club ist packed. Die Anzahl MusikerInnen bewegt sich auch bei folgenden Sessions oft im idealen Rahmen, der Publikumsandrang ist bisweilen erstaunlich.
Die die Möglichkeit, am Buskers Berns Festival im August 2014 eine eigene "Tuesday Jam Bar" zu realisieren, entpuppt sich als eigentlicher Rettungsring. Helene Huldi, Ulrico Pfister und Fabio Baechtold organisieren die Bar und akquirieren MusikerInnen und Zugewandte, welche freiwillig mitarbeiten. Dank des guten Wetters und den Verzichtsleistungen aller Beteiligten kann ein Betrag generiert werden, welcher zusammen mit den Mitglieder- und Gönnerbeiträgen die Saison 2014/2015 sichert - inklusive den in Aussicht gestellten Spesen für die Jamband!
Die Besucherzahlen sind von Beginn an in der der Saison 2013/2014 massiv besser, teilweise kann der Publikumsansturm an der Bar nur noch mit Hilfe von Helene Huldi bewältigt werden. Die Trägerschaft wächst auf rund hundert Persnen an, die Session befindet sich zum Saisonstart im September 2014 erstmals in einer wirklich stabilen Verfassung.
2015
Der Tuesday Jam erhält eine eigene Website
2016
Spezialevent zum fünfjährigen Bestehen des Tuesday Jam: Es werden Musiker eingeladen, die regelmässig an der Session anzutreffen sind.

2017
35 Dienstage, rund 265 Sessions insgesamt. Die publikumsmässig mit 50 bis 70 Personen/Abend bisher erfolgreichste Saison.
Mit der Möglichkeit, die Tuesday Jam Bar am Buskers Bern Festival zu betreiben beginnt eine Phase mit etwas angenehmerem Wellengang für die Berner Jamsession.
Weiterentwicklung des Anlasses: Sämtliches Material und die Instrumente sind nun hinter der Bühne gelagert und müssen nicht mehr aus dem Estrich geholt werden. Der Auf- und Abbau von Bühne, Tontechnik und Instrumentarium ist durch die starke Vereinfachung und die Nähe des gesamten Instrumentarium zur Bühne in kurzer Zeit realisierbar.
2018
35 Sessions, zwischen 50 und 80 Personen im Publikum. Das Risotto wird nicht mehr gratis verabreicht, sondern zu CHF 5.00. Fabio Baechtold übernimmt die Mitgliederverwaltung des Vereins.
2019
Die Saison 2018/19 markiert einen bedeutenden Meilenstein: Mit der dreihundersten Veranstaltung seit der Gründung im Jahr 2011 festigt der Tuesday Jam seinen Status als feste Grösse in der Berner Kulturszene. Die insgesamt 35 öffentlichen Jamsessions der Saison verzeichnen insbesondere in der zweiten Hälfte einen markanten Publikumszuwachs.
Das musikalische Niveau der Konstellationen ist gewohnt hoch. Die für jeden Abend individuell zusammengestellten Jambands bieten tiefe Einblicke in verschiedene stilistisch-ästhetische Strömungen des Schweizer Jazzschaffens. Ein wesentlicher Pfeiler dieser Qualität ist die Einbindung von Studierenden der HKB Jazz sowie die regelmässigen Gast-Sessions der Swiss Jazz School (SJS). Die Beteiligung der Musiker:innen ist leicht steigend, was der Vielseitigkeit des Programms zugute kommt.
2020
Der Verein Tuesday Jam veranstaltet in der Saison 2019/2020 zweiundzwanzig öffentliche Jamsessions, bevor der Betrieb anfang März 20 coronabedingt zum Erliegen kommt. (in einer normalen Saison sind es rund 35 Sessions) Seit dem Start des Formats im Februar 2011 blicken wir am Saisonende 2020 auf 322 Veranstaltungen zurück.
Als Anfang März die Fallzahlen stark ansteigen und Tracing-Vorschriften für Veranstalter erlassen werden beschliessen wir, die Session für zwei Wochen auszusetzen. Die generelle Verunsicherung ist spürbar. Zwei Wochen später erfolgt das behördliche Versammlungsverbot, welches Veranstaltungen generell ausschliesst. Der Veranstaltungsunterbruch geht nahtlos in die ordentliche Sommerpause über. Für eine kontinuierlich stattfindende Veranstaltung wie den Tuesday Jam wird diese lange Lücke aufwändige Aufbauarbeit zur Folge haben - denken wir.
Der Verein Tuesday Jam reicht beim Kanton erfolgreich ein Gesuch um Erwerbsausfallentschädigung ein. Die gesprochenen Gelder kommen vollumfänglich der Saison 20/21 zugute.
2021
Die Saison 2020/21 steht ganz im Zeichen der Pandemie, doch trotz der schwierigen Umstände behauptet der Tuesday Jam seinen hohen musikalischen Anspruch. Auch wenn nur sechs Sessions stattfinden können, bleibt die Qualität der Darbietungen und die Förderung der Jazzkultur das zentrale Anliegen.
Um den Musiker:innen stets beste Bedingungen zu bieten, wird das Instrumentarium trotz der wenigen Einsätze sorgfältig gepflegt. Die Sessions ziehen weiterhin ein aufmerksames Publikum an, das die spontane musikalische Interaktion auch unter epidemiologisch unsicheren Bedingungen schätzt.
Obwohl spezielle Formate wie die „SJS-Edition“ abgesagt werden müssen, bleibt der Tuesday Jam ein unverzichtbarer Ort für den Austausch zwischen Studierenden und etablierten Musiker:innen.
Da die Seele des Jams in der lebendigen, spontanen Interaktion vor Ort liegt, verzichtet der Verein bewusst auf virtuelle Alternativen.
2022
Die Saison 2021/22 des Tuesday Jazz Jam ist geprägt von einer Rückkehr zur Normalität und einem anschliessenden, nie dagewesenen Publikumsandrang. Mit insgesamt 37 Sessions blickt das Format am Ende dieser Spielzeit auf rund 368 Veranstaltungen seit seiner Gründung im Jahr 2011 zurück.
Nach dem Wegfallen der pandemiebedingten Massnahmen erlebt der Tuesday Jam eine regelrechte Erfolgswelle mit stetig neuen Rekordzahlen beim Besuch. Besonders erfreulich ist der grosse Zuspruch eines zunehmend jungen Publikums. Die Kombination aus Livemusik, einer lebendigen Social-Media-Präsenz und dem kulinarischen Angebot sorgt für eine Atmosphäre, die weit über die Jazzszene hinaus strahlt.
Ein fester Bestandteil jeder Session ist der Verkauf von Risotto, der in dieser Saison aufgrund der enormen Nachfrage oft durch zusätzliche Speisen wie Salat, Wienerli oder Pasta ergänzt wird. Im Lokal der 5ème Etage ermöglicht die konsequente Umsetzung der geltenden Rahmenbedingungen einen geordneten und sicheren Betrieb, der trotz baulicher Herausforderungen im Gebäude erfolgreich fortgeführt wird.
Der Verein festigt seine Strukturen durch eine klare Aufgabenverteilung im Vorstand, wobei die Bereiche Programmation, Kommunikation und Abendverantwortung auf mehrere Schultern verteilt sind. Die Vernetzung innerhalb der Berner Kulturlandschaft ist intensiv: Partnerschaften mit Institutionen wie der Swiss Jazz School (SJS), dem HKB Fachbereich Jazz, BeJazz und dem Buskers Bern Festival sichern die Qualität und Sichtbarkeit des Formats.
2023
Die Saison 2022/23 des Tuesday Jazz Jam ist von einem enormen Publikumszuspruch geprägt, der bereits zu Saisonbeginn einsetzt und über das ganze Jahr hinweg stabil bleibt. Mit insgesamt 40 Veranstaltungen blickt das Format am Saisonende auf eine stolze Geschichte von rund 407 Abenden seit dem Start im Jahr 2011 zurück.
Das Publikum ist erfreulich durchmischt, wobei ein Trend zu jüngeren Gästen feststellbar ist. Trotz der hohen Auslastung im Lokal der 5ème Etage herrscht eine Atmosphäre des aktiven Zuhörens und der Begeisterung. Um den behördlichen Auflagen gerecht zu werden, führt der Verein eine Einlasskontrolle ein, die den Zugang bei maximaler Belegung koordiniert. Ein kulinarischer Fixpunkt bleibt der wöchentliche Verkauf von Risotto, ergänzt durch weitere Angebote.
Ein bedeutender Meilenstein ist die Aufwertung des Instrumentariums: Dank einer Schenkung verfügt der Tuesday Jam nun über einen eigenen Flügel, der pünktlich zum Saisonstart im Lokal installiert wird.
Die Teilnahme an der Aktion «Support Culture», soll die Revision des Flügels ermöglichen. Weiter gibt es seit dieser Saison ein eigenes „Tuesday-Jam-Bier“, das in Zusammenarbeit mit einer lokalen Brauerei entsteht.
2024
Die Saison 2023/24 des Tuesday Jazz Jam ist geprägt von Kontinuität und einem ausserordentlichen Publikumszuspruch. Mit insgesamt 38 Veranstaltungen – inklusive der Jubiläumssession zum 13-jährigen Bestehen im Juni 2024 – blickt das Format mittlerweile auf rund 445 Abende zurück.
Das musikalische Niveau der Rhythm Sections ist gewohnt hoch und zieht eine Mischung aus Studierenden sowie etablierten lokalen und nationalen Musiker:innen an. Ein besonderes Augenmerk gilt der Diversität: Durch gezielte Programmierung steigt der Anteil an Musikerinnen deutlich. Zudem ist die Qualität des Equipments nachhaltig gesichert, unter anderem durch eine umfassende Überholung des vereinseigenen Flügels.
2025
Die Saison 2024/25 des Vereins Tuesday Jazz Jam ist geprägt von grosser Stabilität und einem enormen Publikumszuspruch. In insgesamt 38 Veranstaltungen wird ein konstant hohes musikalisches Niveau geboten, wobei die Programmierung bewusst divers gestaltet wird und die Beteiligung weiblicher Musikerinnen zunimmt.
Das Publikum, vorwiegend im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, füllt das Lokal regelmässig bis an die Kapazitätsgrenze, was den Einsatz des Doormans zur Einlasskontrolle nach wie vor sinnvoll macht. Trotz der hohen Auslastung wird aktiv zugehört - auch wenn grössere Gruppen auf der Empore hier manchmal ausscheren.
Kulinarisch bleibt der Risotto-Verkauf das Markenzeichen, der aufgrund der hohen Nachfrage logistisch durch ein erweitertes Bar-Team bewältigt wird .